Bitte schreibt was

Neulich bin ich bei Youtube über ein Video gestolpert, das die Zuschauer*innen höflichst anbettelte dazu aufforderte, nicht-fiktionale Texte zu schreiben. Ich war zuerst irritiert… Soll ich mich bei Wikipedia engagieren? Berichte für die Zeitung schreiben? Lexikonartikel entwerfen? Wissenschaftliche Artikel zusammenstellen? Lange Briefe in die Welt entsenden?

Obwohl ich auf nichts von alldem besonders viel Lust hatte, hat die Neugierde gesiegt und ich habe das Video angeschaut. Da ich nun diesen Text darüber schreibe, muss ich nicht betonen, dass es einen bleibenden Eindruck hinterlassen hat, oder?

Ich versuche mal, ganz knapp und subjektiv zusammenzufassen: Das Video ist ein Aufruf dazu, das eigene Leben in nicht-fiktionale Essays zu verwandeln, einfach über Erlebnisse zu schreiben und diese auf interessante Weise zu verewigen. Genau das habe ich früher gemacht, in älteren Versionen alter Webseiten, schließlich mache ich das mit dem ins-Internet-schreiben schon seit… mehr Jahren, als ich hier zu nennen gewillt bin.
Klar, klingt vielleicht erstmal langweilig. Jede*r lebt halt so vor sich hin – muss man da immer irgendwie alles aufschreiben? Vielleicht nicht alles, aber, wie der Autor des Videos so schön sagt: „Have you lived real life? It’s hardly boring!“

Wenn ich ehrlich bin, spricht mich das vielleicht so besonders an, weil mir permanent hunderte von Gedanken durch den Kopf sprudeln, und ich es manchmal spannend finde, all diese aufzuschreiben. Normalerweise nur für mich, aber warum nicht auch mal wieder ins Internet schreiben? Vielleicht möchte es wer lesen.
Außerdem passiert manchmal Kram, bei dem man das Gefühl bekommt, dass es TOTAL unrealistisch wäre, wenn sowas in einem Buch geschehen würde… das muss man dann doch quasi aufschreiben, oder?

Ich möchte nun also wieder mehr dieser scheinbar bedeutungslosen Momente und Gedanken hier aufschreiben, denn Text war immer schon mehr mein Medium als jegliche Form von Bild(ern). Ich kann beim Schreiben besser denken, sortieren, entwickeln. Und ich bin auch kein großer Fan davon, mein Gesicht in die Kamera zu halten. Oder mein Haus, meine Kinder, meine Katzen.

Wobei natürlich ein paar Unsicherheiten bleiben. Will das jemand lesen? Gehen die Leute noch auf „altmodische“ Webseiten außerhalb von Social Media? Halte ich das Ganze überhaupt durch oder ist das mal wieder eine dieser Ideen, die nach kürzester Zeit sterben? Sollte ich meine Erlebnisse nicht lieber auf TikTok vortanzen?
Die einzige wirklich sichere Antwort kann ich auf die letzte Frage geben: Nein. Dafür bin ich zu alt und tanzen konnte ich noch nie. #Körperklaus

Wer das Video auch anschauen möchte, hier bitte schön, der Link. Viel Spaß. 🙂

Achso: Wenn jemand von euch mitmachen möchte, meldet euch gern! Entweder mit eigenem Blog, Social Media-Auftritt oder was weiß ich… oder halt ohne. Vielleicht möchtet ihr Gastautor*in hier sein? 🙂

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